Der Distelsumpf

Die kleine Hafenstadt ist bekannt für ihr buntes treiben. Auch wenn Akuya nicht sonderlich groß ist, so ist sie dennoch eine Handelshochburg. Für ihre süßen Backwaren und ihre hochwertigen Stoffe ist Akuya weit bekannt, aber auch für die Lebensfreude und das gewisse etwas.

Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Mo, 13.01.14 * 20:20

Lächelnd beobachtete Icariel den Dämon dabei, wie jener gierig den Wassereimer leerte. Sein Durst musste bereits gewaltig gewesen sein... nun gut, das hieß, dass er später nochmal durch den Sumpf ziehen würde, um den Eimer noch ein weiteres Mal mit Wasser zu befüllen. Das würde zwar erneut eine kleine Weile in Anspruch nehmen, aber da ließ sich eben nichts daran ändern.
Als der Dämon ausgetrunken hatte, zog Icariel den Eimer wieder weg und ließ seine andere Hand umsichtig wieder hinabsinken, sodass der Kopf des Dämons wieder auf dem Kissen lag. Den Eimer stellte er kurzerhand neben dem Bett ab, dann wandte er sich den am Tisch liegenden Kastanien zu, und begann, sie abzuschälen.
"Ich werde später nochmal Wasser holen gehen." informierte er den Dämon. "Aber erst sehe ich zu, dass ich diese Kastanien geschält kriege. Es ist leider nicht viel, und vermutlich schmecken sie roh auch nicht besonders gut, aber es ist besser als gar nichts. Ich werde, wenn ich ohnehin neues Wasser beschaffe, auch Ausschau nach etwas Anderem zu essen halten."
Kurz blickte Icariel hinüber zu dem Dämon, ihn einfach nur anlächelnd, dann widmete er seine Aufmerksamkeit wieder den Kastanien. Als er eine handvoll davon fertig geschält hatte, legte er sie in einer langsamen Bewegung, um den Dämon nicht zu erschrecken, neben dessen Kopf auf dem Kissen ab, und fuhr damit fort, den Rest auch abzuschälen.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Di, 21.01.14 * 8:48

Fast hatte er sich sogar beim Trinken verschluckt, so schnell verschlang er das Wasser. Jede Bewegung des Fremden genau beobachtend wartete er danach wieder ab.
Kastanien waren wahrlich mehr als erhofft, aber gut schmeckten sie roh natürlich auch nicht. Mal davon abgesehen, was er die letzten Tage alles zu essen versuchte, schmeckte das sicherlich recht angenehm.
Zitternd hob er seine Hand nach oben und versuchte eine der Kastanien zu nehmen. Dummerweise griff er ein paar mal daneben, das die meisten vom Kissen rollten. Eine, genauer gesagt die letzte auf dem Kissen, hatte er dann doch erwischt.
Nachdem er ein Stück von der Kastanien in seiner Hand biss, ließ er besagte Hand auf den Bauch niedersinken. Langsam und ohne Hast kaute er das Stück.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Di, 21.01.14 * 15:04

Icariel kommentierte die fehlgeschlagenen Versuche des Dämons, sich eine der Kastanien zu holen, nicht weiter, sondern legte nur stumm die davongerollten wieder zurück auf das Kissen. Arme Kreatur, so völlig am Ende ihrer Kräfte... ein Glück, dass er gerade da war, ansonsten würde der junge Dämon jetzt irgendwo ohnmächtig im Sumpf liegen, und sich von den Blutegeln aussaugen lassen. Und Icariel bezweifelte doch sehr, dass jemand anderes mit ihm Mitleid gehabt hätte... wer half schon einem Dämon, der auch ganz offensichtlich einer war? Gerade jetzt, wo sie das Land überschwemmten, durfte der Dämon mit keiner Hilfe von anderen rechnen. Jeder hatte seine eigenen Probleme, und bei den meisten ging es um das nackte Überleben.
Wie zuvor legte Icariel auch jetzt die restlichen, geschälten Kastanien in einer langsamen Bewegung neben dem Dämon ab, dass jener bewusst langsam aß, ließ den Engel nur zustimmend nicken. Das war gut, andernfalls lief er Gefahr, sich übergeben zu müssen. Dem Dämon noch ein weiteres Mal ermunternd zulächelnd, zog sich Icariel einen Stuhl zum Fenster und nahm darauf Platz.
"Iss, und wenn du aufgegessen hast, kannst du ruhig schlafen. Ich werde solange Wache halten."
Man wusste schließlich nicht, ob hier nicht weitere Wanderer vorbeikommen würden - im besten Fall. Denn natürlich könnten sie auch Besuch von ganz anderen Wesen bekommen. Seit die Dämonenplage über das Land hereingebrochen war, musste man stets damit rechnen.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Di, 21.01.14 * 23:18

Es dauerte eine ganze Weile bis der Greifendämon die Kastanien verspeißte. Ein paar kullerten noch hinunter, von denen er wie durch ein W'under nur drei nicht mehr erwischte.
Nach den ganzen rohen Kastanien zog sich sein Magen ein wenig zusammen und unwillkürlich zogen sich seine Augenbrauen zusammen, gefolgt von einem leisen Ton des Schmerzes.
Ein wenig schwer lagen diese Dinger in seinem Magen, aber lange hatte er nicht Zeit sich damit zu befassen. Nur wenige Sekunden darauf schlief er tief und fest ein, nichtmal eine laute Explosion hätte ihn wecken können.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Di, 21.01.14 * 23:27

Je länger er den Greifendämon so betrachtete, umso mehr Mitleid empfand er für jenen. Bestimmt war ein Geschöpf wie jenes nicht unbedingt auf offene Arme gestoßen... und genau genommen sollte er ihn eigentlich bekämpfen. Schließlich war er ein Engel und auf die Erde hinabgesandt worden, um gegen die Dämonen zu kämpfen... doch Icariel war sich sehr sicher, dass das nicht so einen Dämon beinhaltete, der a) zu den hier lebenden Rassen gehörte, und nicht aus einem der Tore geflohen war, und der sich b) vor lauter Kraftlosigkeit nicht einmal wehren könnte. Wie sollte er gegen so jemanden sein Schwert erheben?
Diese Gedanken wälzend, beobachtete Icariel den Greifendämon eine Zeit lang einfach dabei, wie jener schlief. Nach einer Weile verließ er dann die Hütte, um nochmal Wasser und Nahrung zu beschaffen. Er wusste nicht, wie lange der Greifendämon schlafen würde, und es blieb ihm ohnehin nicht erspart, sich noch einmal auf den Weg zu machen.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Di, 21.01.14 * 23:47

Es verging lange Zeit und der Greif schlief friedlich. Bis ihn ein Traum zu plagen anfing.
Er wird gejagd, versucht verzweifelt zu fliehen, doch vergebens sie erwischen ihn und dann, fängt alles von vorne an. Das ganze fünfmal und gefühlt sehr lange, dann bevor er verstört aufwachte, kam ihm Icariel am Ende zu und hielt ihm eine helfende Hand entgegen.
Loeken wusste nicht, wieso er ohne zu zögern die Hand ergriff. Nur eines, bevor er aufschreckte und wach war, der Engel hatte ihm geholfen. Vor den Verfolgern gerettet.
Schwer atmend lag er da und sah sich um. Wo war der Fremde? Ein wenig Panik erhob sich in ihm. Schwach wälzte er sich zur Seite und stemmte sich auf der Matratze mit seinen Handflächen hoch. Nach Luft ringend hatte er es geschafft sich auf zu setzen. Sein Blick schweifte durch die Hütte, niemand war da. Hatte der Fremde ihn verlassen?
Der Gedanke machte ihn ein wenig traurig. Es war das erste mal, das ihm keiner Leid zufügen wollte.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Mi, 22.01.14 * 8:42

Leises Knirschen auf dem ausgetretenen Pfad zur Hütte kündigte den Engel an, noch bevor er bemüht leise die Tür öffnete - wenn der Greifendämon noch schlief, wollte er kein Trampel sein und ihn wecken. Im ersten Augenblick, als sein Blick auf den jungen Dämon fiel, stutzte Icariel überrascht - er war nicht nur wach, sondern hatte sich sogar aufgesetzt. Gleich darauf aber erschien wieder ein sanftes Lächeln auf seinen Zügen, und kurz den Wassereimer abstellend, schloss der Engel die Tür hinter sich.
"Es freut mich sehr, zu sehen, dass du wieder etwas zu Kräften gekommen bist. Konntest du gut schlafen?" erkundigte er sich und nahm den Wassereimer am Henkel wieder auf, um ihn nach wenigen Schritten neben dem Bett abzustellen. Sollte der Dämon noch Durst haben, war dafür also erstmal gesorgt, und sich dem Tisch zuwendend, ließ Icariel die erbeutete Nahrung auf den Tisch purzeln - noch mehr Kastanien... Deswegen hatte er auch ein reichlich schlechtes Gewissen, aber so viel ließ sich in einem Sumpf auch wieder nicht finden. Und zugegeben hatte Icariel auch nicht wirklich viel Ahnung davon, welche Pflanzen essbar waren, und welche nicht.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Mi, 22.01.14 * 11:49

Ein heftiges Zucken fuhr dem Greif durch den Körper, als er die Schritte vor der Hütte hörte. War es ein Feind oder ein Freund, der sich der Tür näherte.
Innerlich war er erleichtert, das es der Engel war. Mit akribisch genauem Blick beobachtete er jede Bewegung desjenigen und rührte sich dabei keinen Milimeter.
Auf die Frage, ob er gut geschlafen hätte, konnte er nicht sagen das es gut war. Ihn plagten diese Alpträume seit Tagen schon. Aber noch nie kam jemand am Ende darin vor, der ihm eine helfende Hand reichte.
"I-Ich ...", weiter kam er nicht. Ihm stockte seine dunkle Stimme und ein wenig nervös zog er sich seine Unterlippe unter die Obere. Zumindest gab er zu verstehen, das sie die selbe Sprache sprachen und er auch eine Stimme dafür hatte.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Mi, 22.01.14 * 13:15

Überrascht, aber gleichzeitig sichtlich erfreut, wandte Icariel dem Dämonen das Gesicht zu. Hatte jener gerade tatsächlich den Anlauf eines Satzes gestartet? Das war doch wunderbar, dann schien er sich wirklich schon ausreichend erholt zu haben, dass er ihm vielleicht sogar ein paar Fragen würde stellen können.
Mit einem Lächeln ging der Engel auf den Greifendämon zu, und vor jenem in die Hocke, sodass sie annähernd auf gleicher Augenhöhe waren. Vielleicht fühlte er sich dann ja etwas wohler, wenn er nicht das Gefühl hatte, Icariel würde auf ihn hinabblicken, denn dem war schlicht und ergreifend nicht so.
"Du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde dir nichts tun, und dir auch keine harschen Worte entgegenbringen. Wenn du Fragen hast, oder mir etwas sagen möchtest, nur zu." ermunterte er den Greifendämon, und um es ihm leichter zu machen, fuhr er kurz darauf schon fort, wobei er den Kopf leicht zur Seite neigte, sodass ihm eine der langen Strähnen ins Gesicht fiel. "Meine Name lautet Icariel. Möchtest du mir auch den deinen verraten?"
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Mi, 22.01.14 * 23:51

Die Nervosität stieg, als der Engel noch näher zu ihm heran kam und fast hätte er sich seine Lippen dabei aufgebissen. Ließ davon wieder ab, als der Fremde zu seinem Glück in die Hocke ging.
Zum Glück sprach der Fremde zwar ruhig und sagte, er würde ihm nichts tun wollen. Aber so leicht vertraute er, nach allem was im bisher geschehen war, niemandem mehr.
Die Frage um seinen Namen, war dann wohl nichts weiter, wo man ihm etwas böses tun konnte. Oder? - Über das dachte er zwar nach, aber ihm viel kein Grund ein, wie ihm sein Name denn schaden könnte.
"L-Loe-ken. Mein Name - ist Loeken.", presste er schließlich mit aller Mühe hervor. Mehr wollte er für' erste auch gar nicht sagen. Wenn er jetzt in einer Ecke stehen würde, würden ihm die Knie zittern. Jemanden zu sagen, er bräuchte keine Angst zu haben, ist leichter gesagt als getan.
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