Der Distelsumpf

Die kleine Hafenstadt ist bekannt für ihr buntes treiben. Auch wenn Akuya nicht sonderlich groß ist, so ist sie dennoch eine Handelshochburg. Für ihre süßen Backwaren und ihre hochwertigen Stoffe ist Akuya weit bekannt, aber auch für die Lebensfreude und das gewisse etwas.

Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Do, 23.01.14 * 15:56

"Loeken also. Das ist ein guter Name." meinte Icariel sanft, und erhob sich wieder, um vom Bett wegzutreten. Es war nicht zu übersehen gewesen, dass ein Gespräch aus unmittelbarer Nähe bei dem Greifendämon mehr Stress als sonstwas hervorrief. Einen Moment lang betrachtete Icariel ihn schweigend, dann schüttelte er innerlich den Kopf. Seine Fragen mussten noch warten, denn in diesem Zustand brachte Loeken ja kaum ein Wort heraus. Den gütigen Blick nicht von dem Dämon abwendend, trat Icariel an den Tisch und nahm die Kastanien wieder an sich.
"Wenn du noch Durst hast, ich habe frisches Wasser geholt. Nimm es dir, wenn du möchtest." Mit einer Hand wies er auf den Eimer, den er neben dem Bett abgestellt hatte. "Und was diese Dinger hier angeht..." Demonstrativ hielt er eine der Kastanien hoch. "... ich werde sie vor der Hütte zubereiten. Noch mehr sollte ich dir davon roh wirklich nicht zumuten, und da du nun wieder wach bist, denke ich, dass ich dich für die Zeit hier kurz alleine lassen kann. Meinen Namen kennst du ja nun auch, zögere also nicht, mich zu rufen, wenn etwas ist." bot er Loeken lächelnd an. Damit verließ der Engel vorläufig wieder die Hütte. So verschreckt, wie Loeken war, war es ohnehin besser, ihm seine Gesellschaft nicht zu sehr aufzudrücken.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Fr, 24.01.14 * 1:47

Ob sein Name nun ein guter war, wusste Loeken nun wirklich nicht. Man hat ihm den gegeben und das war nun halt sein Name, mehr dachte Loeken müsste er nicht wissen.
Innerlich war er sofort angewiedert und hoffte diese Dinger nicht noch einmal essen zu müssen, als ihm Icariel die Kastanien zeigte. Auch wenn er das nicht wusste, das er mehr ein Fleischesser war, so konnte er zumindest feststellen das sie ihm nicht schmeckten.
Als der Engel nach draußen verschwunden war, wartete er noch einen Augenblick. Aufmerksam starrte er die Tür an, doch als der Engel wohl nicht wieder herein zu kommen schien, rutschte er an die Bettkante. Der Blick viel auf den Eimer mit Wasser. Vielleicht doch keine so schlechte Idee, noch etwas zu trinken.
Es war ein Kraftakt für ihn diesen Eimer zu sich hoch zu holen, wo er doch noch nicht wirklich viel Kraft besaß. Aber er schaffte es und ohne es zu merken trank er mal eben über die Hälfte des Wassers aus. Mit einem tiefen Atemzug holte er Luft und bemerkte dann aber sehr wohl, das da nicht mehr viel Wasser drin war.
Den Eimer zurück auf den Boden gestellt, starrte er ein weiteres mal die Tür an. Er fragte sich, was er wohl mit "zubereiten" meinte. Und wie weit er von der Hütte sich entfernte.
Soweit Loeken konnte streckte er seinen Körper kerzengerade in die Höhe, um etwas draußen vor dem Fenster zu sehen. Je weiter er sich streckte und neugierig guckte, rutschte er nach vorne und irgendwann war es zu spät. Instinktiv wollte er das auf den Boden hinabrutschen verhindern, indem er auf seine Knie Kraft verlagerte und gegenstemmte. Aber einen Haken hat die Sache: die Kraft fehlte.
Ein dumpfes "Uff..." und er lag seitlich am Boden. Mühseelig richtige er sich auf und saß nun am Boden vor dem Bett. Großartig, er kam von alleine zur Zeit nicht hoch.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Fr, 24.01.14 * 2:11

Vermutlich war es sogar besser, dass Loeken zu Boden gefallen war - hätte er gesehen, was draußen geschah, wäre es gut möglich gewesen, dass es ihn nur gewaltig verstört hätte. Icariel war nur eine Art bekannt, wie man Kastanien zubereiten konnte - man röstete sie über dem Feuer. Wenn man allerdings keine Feuersteine hatte, um ein Feuer zu entzünden, was tat man als Engel da also? Richtig, man ließ das heilige Silberschwert erscheinen, und einen Handstrich über die Klinge später, stand selbige in Flammen. Eine typische Engelskunst, mit dem Flammenschwert gegen die Feinde in die Schlacht zu ziehen... oder um in diesem Fall die Spitze auf das Feuerholz zu richten, um es in Brand zu stecken.
Hätte Icariel gehört, was in der Hütte vor sich ging, hätte er das 'Kochen' unterbrochen, und wäre Loeken sofort noch zur Hilfe geeilt. So jedoch musste der Greifendämon doch eine kleine Weile warten, bis die Tür wieder aufging, und Icariel mit den gerösteten Kastanien hereinkam. Reichlich verdutzt blinzelte der Engel auf den am Boden Liegenden, dann perlte ein leises Lachen von seinen Lippen. Es klang weder spöttisch, noch herablassend, einfach... milde überrascht.
"Nicht doch, du solltest dich lieber weiter ausruhen. Den heutigen Tag mindestens noch, morgen kannst du dann versuchen, wieder aufzustehen." Schnell die Kastanien beiseite legend, ging Icariel dann auf Loeken zu und streckte ihm eine Hand entgegen. "Komm, ich helfe dir hoch."
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Fr, 24.01.14 * 2:26

Ohne zu zögern fauchte er ihm laut entgegen. Das war ihm zu schnell.
Dennoch, gleichermaßen schnell blickte Loeken peinlich berührt zur Seite. Noch einmal schielte er deutlich verlegen zu Icariel, sah wieder weg und ohne auf zu sehen streckte er ihm die Hand entgegen.
Bevor Icariel seine Hand entgegen nehmen konnte, zuckte diese einmal heftig. Das starke Zucken kam wegen einem Geräusch, das sich nach einem Schritt anhörte. Trotz allem und ganz mutig, war er eigentlich starr vor Angst. Ließ es sich diesmal nicht mehr so leicht anmerken.
Immerhin konnte er ja nicht ewig so weiter machen und wenn ihm jemand im Moment half, dann sollte man das erstmal ausnutzen. An Flucht zu denken war gerade keine sinnvolle Alternative.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Fr, 24.01.14 * 14:16

Icariel ließ sich von dem Fauchen nicht einschüchtern. Im Gegenteil, das Lächeln wurde dadurch nur sanfter - Loeken sollte spüren, dass er keine Angst vor ihm hatte, und ihm auch keinen Groll entgegenbrachte. Die Schuld hatte jetzt schließlich bei ihm selbst gelegen, er durfte den Greifendämon eben nicht in seiner Sozialkompetenz überfordern. Umso wichtiger war es also, ihm die helfende Hand nicht wieder zu entziehen, denn dann würde Loeken das eigene Misstrauen nur als gerechtfertigt empfinden.
Das Geräusch, das Loekens Hand zucken ließ, ging an Icariel ungehört vorbei - ein Greifendämon hatte wohl einfach ein besseres Gehör in der Hinsicht - und mit einem freundlichen "Na komm." zog er Loeken hoch und auf die Beine. Stützend legte Icariel dabei einen Arm um die Taille des Anderen, um ihm im Falle, dass ihn neuerlich seine Beine nicht trugen, auffangen zu können.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Di, 28.01.14 * 21:28

Loeken wurde so schnell hochgezogen, dass er gar nicht viel mithelfen brauchte. Ein erschrockenes einatmen, das zu hören war, entkam ihm und so schnell er konnte sah er in Icariels Gesicht. Sein Mund stand leicht offen. So nahe war er bisher nur seiner Ziehmutter und ein Kerl auf seiner Flucht zu Anfangs. Dieser hatte ihn an der Hüfte festgehalten, geküsst und anschließend ihn vergewaltigen wollen. Ein kranker Kerl, der auf solche Wesen wie ihn scharf war.
Schnell kam ihm die Erinnerung an diesen Kerl.
Sein Gesicht färbte sich kreidebleich und sein Blick frierte ein. Er verfluchte sich und sein Leben. Wieso in aller Welt musste diese Erinnerung nun hochkommen? Jetzt wo er sich nicht mehr dagegen wehren könnte.
Leicht fing er an zu zittern und betete innerlich, dass Icariel kein so ein Monster wie dieser Kerl war.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » Di, 28.01.14 * 21:51

Der plötzliche Wandel von Loekens Gemüt blieb nicht unbemerkt, sodass sich Icariel eilte, ihn zurück zum Bett zu bringen.
"Hier, leg dich besser wieder hin." meinte er leise und half dem Greifendämon dabei. So, wie jener gerade aussah, wäre es ihm zuzutrauen, dass er auch eine sitzende Position nicht ohne Kraftaufwand halten könnte. Besorgt schob Icariel die Augenbrauen zusammen - was hatte diesen plötzlichen Wandel hervorgerufen? Eben noch wirkte Loeken zwar schwach, aber in Ordnung, aber nun dieses plötzliche Zittern und die Blässe...
Vorsichtig legte der Engel eine Hand an die Stirn des Greifendämons, sah aber davon ab, sich über ihn zu beugen. Loeken könnte sich ansonsten bedroht fühlen, und wenn sein gesundheitlicher Zustand ohnehin kein besonders guter war, dann wollte er ihm nicht auch noch mentale Probleme bereiten.
"Hast du Kopfschmerzen? Oder generell irgendwelche Schmerzen?" fragte er, und nahm die Hand wieder zurück. Loekens Körpertemperatur schien normal zu sein, zumindest hatte es sich nicht so angefühlt, als hätte er Fieber.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » Di, 28.01.14 * 22:29

Er ließ den Engel einfach machen, so erstarrt war Loeken in dem Moment. Als er dann wieder lag, sah er ihn erleichtert an. Während Icariel mit seiner Hand die Stirn fühlte, schloss er seine Augen unwillkührlich und öffnete sie langsam wieder, als die Hand wieder weg genommen wurde.
"Nein. Ich . . .", kurz überlegte Loeken ob er es ihm erzählt, aber er entschloss sich eine Frage zu stellen, ". . . du, tust mir nichts böses, ja?"
Auch wenn die Antwort auf diese Frage, eine gute sein würde, würde Loeken nicht darauf vertrauen. In dieser Welt wo er einsam herumschlenderte, hatte er immer und überall nur gelernt wie er misstrauen schuf.
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Icariel » So, 27.04.14 * 14:37

Eine so einfache Frage, und doch so groß in ihrer Auswirkung. Heftiges Mitleid überkam den Engel - was musste der Greifendämon alles erlebt haben, dass das die erste Frage war, die er einem Fremden stellte? Fast wie ein verängstigtes Kind... Mit einem sanften Lächeln schüttelte Icariel sachte den Kopf.
"Nein. Ich tue dir nichts Böses. Ich möchte dir nur helfen." versicherte er Loeken, sehr wohl aber in dem Wissen, dass jener ihm das vermutlich nicht so vorbehaltslos glauben würde. Dafür hatte er sich ihm gegenüber bis jetzt einfach zu misstrauisch und verschreckt verhalten, als dass Icariel glaubte, mit dieser Versicherung nun sofort sein Vertrauen zu gewinnen - auch wenn sie zweifellos der Wahrheit entsprach. Sorge strahlte durch die blauen Augen des Engels hindurch, ehe er sich kurz umwandte, um einen Stuhl zum Bett heranzuziehen, und sich darauf niederzulassen. Seine Erfahrung hatte ihm gezeigt, dass die irdischen Wesen sich tendenziell wohler fühlten, wenn man auf ungefährer Augenhöhe mit ihnen sprach, und nicht von oben herab.
"Wenn es also etwas gibt, das ich für dich tun kann, dann zögere nicht, es mir mitzuteilen."
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Re: Der Distelsumpf

Beitragvon Loeken Rokash » So, 27.04.14 * 16:48

Diese eindeutlige gute und sorgvolle Ausstrahlung, verwirrte Loeken in irgendeiner Weise. Woher kann er sich nur sicher sein, das er sich nicht täuschte?
"I-Ich . . .", fing er einen Satz an und beendete ihn schnell wieder. Denn das eine Wort krächzte er eher, als das er es aussprach. Leise räusperte er ein paar mal, ihm blieb die Stimme weg.
Loeken nahm es als Folge der Aufregung in ihm an. Er war so aufgebreacht innerlich, über diesen Fremden, dieser sich so rührend bisher um ihn gekümmert hat.
Wenn im Raum Stille auftrat, konnte er sein Herzklopfen so laut wahrnehmen, als würde jemand mit dem Hammer in der Hütte etwas bearbeiten.
Tief holte er zittrig Luft und fing nochmal von vorne an.
"Ich brauche Hilfe. Einen Freund, der mich nicht verlässt. Ein zu Hause, das mir nicht weg genommen werden kann . . .", flüsterte er und kämpfte ein wenig mit Tränen in den Augen. Er wollte nicht, das der Fremde das sieht. Aber aufhalten konnte er seinen Tränen der Verbitterkeit nicht lange und alsbald kullerte die erste seitlich zu seinem Ohr herab.
Eigentlich hatte er nicht vor, ihm so etwas zu sagen. Aber was wenn sein Gefühl ihn nicht täuschte? Was wenn der Fremde wirklich dieses Gute in sich hat, wonach er sich schon so lange sehnte. Nach jemanden, der für ihn sorgte.
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