Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Kureno Ikashi » Mo, 30.11.15 * 0:31

Wenn man den Wald in nördlicher Richtung verließ, traf man mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Dorf Liku. Weit und breit war es das einzige Dorf, dennoch war es nicht besonders groß, denn es lag fernab der Handelswege, sodass ein nennenswertes Wachstum ausblieb. Die Hütten waren meistens nur einstöckig und mit Strohdächern abgedeckt, etwas außerhalb stand als größtes Gebäude eine Mühle, in der das Getreide der umliegenden Felder gemahlen wurde, und daneben eine Scheune. Die Wege und der mittige Dorfplatz waren nicht bepflastert, der Boden war einfach festgetretene Erde, und in der Mitte des Platzes stand ein kleiner, überdachter Brunnen mit einer Seilwinde. Ein idyllisches Dörfchen, durch das frei die Hühner liefen, und neben der bäuerlichen Tätigkeit, nutzten Likus Bewohner den nahegelegenen Wald und verdienten sich auch als Holzfäller und Jäger.



c.f.: Die Umgebung, Das Gebirge, Aquarinenhöhle



Auf Yashiros Worte hatte Kureno nichts mehr gesagt, auch nicht, als jener so plötzlich vor ihm stand. Er hatte wirklich keine Lust auf eine Diskussion, egal welcher Art, sondern wollte nur noch aus diesem vermaledeiten Wald heraus, der ihm immer noch in seiner ganzen Art völlig fremd war. Der Marsch war lang und für den Rothaarigen durchaus hart, denn auch, wenn Yashiro mit seiner Heilmagie dafür gesorgt hatte, dass seine Verletzung für die Umstände mit der Heilung gut voranschritt, so machte sie ihm trotzdem noch zu schaffen. Endlich, nach schier endlos langen Stunden, lichtete sich der Wald, und als Kureno die letzte Baumreihe hinter sich gelassen hatte, atmete er erstmal erleichtert durch. Jetzt verstand er, warum manche Wanderer vom Wald auch als 'grüne Hölle' sprachen... und er stimmte ihnen vollkommen zu! Naja, wobei eine weite, offene Fläche unter freiem Himmel für ein Katakombenkind wie ihn auch nicht unbedingt vertrauenswürdiger war... aber egal, der Wald war erstmal abgehakt. Und noch besser - da war ein Dorf! Das ließ einen doch glatt etwas Hoffnung schöpfen.
Flüchtig ging Kurenos Blick an sich selbst herab. Joah, er sah schon passabel aus, mit den Klamotten würde er schon nicht auffallen... aber das Problem würden wohl eher sowieso die feuerroten Haare werden. Das, und sein geisterhafter Begleiter. Mit mahnendem Blick wandte sich Kureno jenem zu.
"Hör zu, wir werden in dem Dorf die Nacht verbringen, aber ich hab keine Lust auf Ärger, klar? Also verhalte dich unauffällig, und stell bloß nichts an. Wird eh schon schwierig genug, dass sie dir in deinem Aufzug nicht misstrauen..."
Die letzten Worte hatte er murmelnd angefügt, aber er war sich sicher, dass das auch gerechtfertigt war - Dorfleute waren engstirnig und nicht gerade aufgeschlossen, zumindest hatte er das so gehört.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Yashiro Saito » Mo, 30.11.15 * 1:02

c.f.: Die Umgebung, Das Gebirge, Aquarinenhöhle


Er ließ seinen Blick durch das Dorf schweifen, ein paar wenige der Dorfbewohner hatten die Beiden bereits bemerkt.
"Natürlich.", entgegnete er und folgte Kureno dann ins Dorf.
Ein älterer Mann kam auf die Beiden zu, man konnte nicht übersehen wie er die Zwei von oben bis unten musterte. Unterschiedlicher konnten zwei nicht sein.
Trotz großem Misstrauen zu Zeiten wie diesen, blieb er soweit freundlich "Guten Abend, die Herren. Was führt euch in unser Dorf?"
Yashiro verbeugte sich, nach alter Schulter, erhob sich wieder und begrüßte den Mann "Ich wünsche Euch ebenfalls, einen guten Abend."
"Oho, es hat mich schon sehr lange niemand mehr nach der alten Schule begrüßt. Als ich noch jung und unerfahren war, war das noch gang und gebe."
Höflich lächelte Yashiro auf diese offene Antwort und wartete dann ab, was Kureno nun sagen würde.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Kureno Ikashi » Mo, 30.11.15 * 18:01

Schiefe Blicke war Kureno gewöhnt, mit denen war er aufgewachsen, aber das hieß trotzdem nicht, dass es ihm egal war. Dass er von dem alten Mann so gemustert wurde, passte ihm überhaupt nicht, aber in diesem Fall war Kureno vernünftig genug, es einfach über sich ergehen zu lassen. Schließlich waren sie Fremde, und die Dorfbewohner taten gut daran, solche nicht blindlings mit offenen Armen zu empfangen. Schon gar nicht jetzt, wo die Dämonenplage über das Land zog.
Für Yashiros Verhalten hatte der Rothaarige nur einen Blick mit hochgezogener Augenbraue übrig, aber er kommentierte es nicht weiter - nicht auffallen sah zwar anders aus, aber in diesem Fall schien es den alten Mann wohlgewogen zu machen, also wollte er sich mal nicht beschweren.
"Wir sind nur auf der Durchreise." beantwortete er die Frage des Alten, woraufhin dieser sein Augenmerk wieder auf den Jüngeren des Duos richtete. "Vor Einbruch der Nacht würden wir aber nicht mehr weit kommen, daher wollten wir um Erlaubnis bitten, in eurem Dorf hier zu übernachten. Auf offenem Feld ein Lager aufzuschlagen, ist dieser Tage keine besonders gute Idee."
Die letzten Worte des Rothaarigen wurden von einem schiefen Grinsen begleitet. Genau genommen war das Reisen wegen der Dämonenplage zu jedweder Tages- und Nachtzeit keine gute Idee mehr, aber bei Nacht war es eben nochmal deutlich gefährlicher. Eigentlich lag das auf der Hand und musste nicht nochmal explizit erwähnt werden, aber da lag durchaus Absicht dahinter. Die Leute hier würden doch sicherlich nicht jemanden einfach wegschicken, wenn die möglicherweise tödlichen Folgen dieser Entscheidung so konkret aufgebracht wurden... und schon gar nicht, wenn es sich wie bei Kureno um einen blutjungen Burschen handelte, der doch noch sein ganzes Leben vor sich hatte. Der Rothaarige zumindest pochte stark darauf, dass die Dorfbewohner das nicht übers Herz brachten, und er war sich auch nicht zu schade, sie hingehend der Unschuld seiner Person zu täuschen. Denn ja, er war jung - gerademal 19 Jahre alt - aber unschuldig oder wehrlos sicher nicht, auch wenn ihn die Bauchverletzung momentan etwas ausbremste. Von jener ließ sich Kureno im Moment aber nichts anmerken, seine Haltung war zwar nicht ganz aufrecht, aber ließ auf keinerlei Verletzung schließen - den Teufel würde er tun, und eine so große Schwäche einfach offenbaren, da könnte er sich auch gleich selbst eine Schlinge um den Hals legen.
Der Alte fuhr sich nachdenklich über seinen Bart.
"Übernachten, wollt ihr hier also... da seid ihr nicht die Ersten. In letzter Zeit kommen immer wieder Reisende aus dem Wald, oder über den Weg drumherum, sie verlassen ihre Dörfer, um zu den großen Städten zu reisen. Sagen, dort würden sie sich sicherer fühlen." erzählte er, und nickte einmal bedächtig, wie um seine eigenen Worte zu bestätigen. "Ich kann's ihnen nicht verübeln. Dicke Mauern halten viel ab, ebenso wie die Wachleute in den großen Städten."
Da horchte Kureno nun auf. In eine große, befestigte Stadt zu fliehen, war wirklich keine so dumme Idee... Das mit den Wachmännern hörte er als Krimineller zwar nicht so gerne, aber dann würde er für die Zeit, in der die Dämonen durch das Land zogen, eben die Finger etwas ruhiger halten müssen, das würde er schon hinkriegen. Ja, eine große, sichere Stadt hörte sich wirklich gut an. Ein wenig hatte es den Anschein, als würde der alte Mann noch seinen Gedanken nachhängen, dann wandte er sich wieder an Yashiro, nachdem er ihn und Kureno noch einmal flüchtig gemustert hatte.
"Das heißt aber auch, dass viel Gesindel unterwegs ist. Ihr versteht es daher sicher, wenn ich erst noch etwas mehr von euch hören möchte, bevor ihr hier bleiben dürft." meinte er, und sein Blick wurde nun etwas strenger. Innerlich rollte Kureno mit den Augen - na wunderbar, jetzt kamen Fragen und er hatte sich mit Yashiro zuvor nicht abgesprochen...
"Wohin genau führt euch euer Weg denn? Und wer seid ihr überhaupt? Nach Vater und Sohn seht ihr nicht gerade aus." Nein, eine Familienähnlichkeit war da definitiv nicht erkennbar, was natürlich nicht heißen musste, dass familiäre Bande zwischen den beiden unmöglich waren. In aller Selbstverständlichkeit hatte der alte Mann seine Worte an den Älteren der beiden gerichtet, also an Yashiro. Das allein ließ Kureno schon wieder innerlich aufschnauben, aber für die Erlaubnis, zu bleiben, schluckte der Rothaarige seinen Ärger darüber diesmal notgedrungen hinunter.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Yashiro Saito » Mo, 30.11.15 * 19:34

Es schien doch tatsächlich eine Antwort von ihm erwartet zu werden. Oh du liebe Zeit, Yashiro konnte wohl schlecht behaupten das der junge Mann sein Herr war und dahin ging wo er hin wollte. Innerlich amüsierte es Yashiro, das man sich eher an ihn wandt als an den, der hier eigentlich das Sagen hatte.
Ungeachtet was er von sich gab, schüttelte er irgendeine Geschichte aus dem Ärmel, am besten war es wohl nicht zu stottern oder nachdenken zu müssen während man sich vorstellte und ein wenig erzählte. Das könnte als Zeichen gewertet werden, das die Geschichte eventuell erfunden war.
"Mein Name lautet Yashiro. Wir kommen aus unterschiedlichen Orten, unsere Heimatorte wurden von Dämonen angegriffen. Es waren sehr viele, sie kamen Nachts im Schutze der Dunkelheit. Ich habe nach einer Weile aufgegeben irgendwen in Sicherheit zu bringen und mein Heil in der Flucht gesucht. Ebenfalls mein Freund hier, wir traffen uns zufällig in dem großen Wald hier. Und wir sind uns noch uneins wohin wir genau wollen, an einen sicheren Ort wie eine Stadt, wie Ihr bereits erwähnt hattet. Das wäre ohne irgendeine Alternative erstmal ein Anfang."
Ob der Mann seine Geschichte ihm abkaufte oder nicht, Yashiro selbst kam mit Dämonen mit Leichtigkeit zurecht. Was man von seinem Herrn nicht sagen konnte und es lag doch schon drei Jahunderte zurück das er einmal jemanden beschützt hatte. Zur Not gab es immer eine andere Lösung, aber wie sollte die bitte aussehen? Ein Loch in den Boden graben?
Unbemerkt spähte er zu Kureno, wie dessen Gesichtsausdruck gerade war. Im Theater spielen war sein Herr wohl ganz schön gut, wenn es darum ging etwas haben zu wollen, wie die Erlaubnis unter eines der Dächer hier zu kommen.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Kureno Ikashi » Mo, 30.11.15 * 20:57

Kureno zeigte während Yashiros Worten keine besondere Regungen, abgesehen davon, dass er einmal beipflichtend nickte. Naja, natürlich nicht, immerhin musste er so tun, als ob er die Antwort des Dämons schon kannte, bevor sie jener aussprach, und zumindest verzichtete Yashiro darauf, irgendwelche haarsträubenden Geschichten zu erfinden, oder zu behaupten, sie stünden in irgendeiner besonderen Beziehung zueinander. Schlafplatz hin oder her, er hätte den Dämon vor den Dorfbewohnern ganz sicher nicht als seinen Vater oder großen Bruder oder sonstwas ausgegeben, da würde er lieber in der Wiese schlafen! (Das ließ sich jedenfalls leicht behaupten, vor allem, wenn es ohnehin nicht so weit kam.)
Der alte Mann nickte langsam zu Yashiros Worten - sie schienen ihm plausibel. Fragend richtete sich sein Blick auf den Rothaarigen.
"Ich verstehe. Und Ihr seid?" - "Kureno." antwortete er nur knapp, aber in gedämpftem Tonfall und senkte dabei den Blick. Mitleid regte sich im Blick des alten Mannes - der Junge war ja noch fast ein Kind, und sah sich bereits mit Tod, Flucht und ziellosem Umherwandern konfrontiert... für den Alten war es durchaus nachvollziehbar, dass ihm nicht nach großen Worten zumute war. Armer Junge. Wieder nickte er, diesmal an beide gerichtet.
"Gut, ich will euch beiden glauben. Dann kommt mal mit - von meiner Frau könnt ihr euch was zu essen holen, und schlafen könnt ihr in der Scheune. Vertrauen ist gut, Vorsicht ist besser, das versteht ihr sicherlich."
Nur ein leises "Danke, das geht schon in Ordnung." von sich gebend, folgte Kureno dem alten Mann, doch entgegen des betrübten Auftretens, grinste er in sich hinein. Das hatte wunderbar geklappt, und dass sie jemand bei sich zu Hause aufnahm, wäre schon sehr utopisch gewesen. Leichtfertig bat man eben keinen Fremden ins Haus, auch wenn man Mitleid mit ihm hatte, und eine Scheune war für den Rothaarigen allemal gut genug. Er hatte auch schon auf blankem Steinuntergrund geschlafen, was das anging, war er wirklich nicht wählerisch. Während sie dem Alten an ein paar Hütten vorbei durch das Dorf folgten, streckte Kureno völlig beiläufig und von den Dorfbewohnern ungesehen in einem kurzen Moment die Hand zur Seite und steckte ein kleines Messer ein, das auf einer Fensterbank neben einem Apfel gelegen hatte. Die Bewegung dabei war fließend und eindeutig geübt, sodass es nur wenige Sekunden dauerte, bis das Messer unauffällig in seiner Hosentasche verschwunden war, und während der ganzen Aktion hatte Kureno keine Miene verzogen.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Yashiro Saito » Mo, 30.11.15 * 22:41

Auch Yashiro war es relativ egal wo er schlief. Seine Höhle war anfangs ja auch nicht so eingeräumt, wie er in den Jahren über hinbekam. Ein wenig mies fühlte er sich schon, aber Yashiro hatte gläubige betende Leute dafür ausgenutzt und so getan als wäre er die Gottheit der blauen Blumen, sehr abenteuerisch, aber so verrückte gibt es immer mal wieder, die das wirklich glauben.

Auf dem Weg zu der Frau des Mannes, erhaschte Yashiro in einem unachtsamen Augenblick und doch genau der richtige, wie Kureno das Messer mit gehen hat lassen. So eine diebische Elster, dachte sich Yashiro nur bei sich und blieb stumm.
Die Frau war erst einmal etwas überrascht, als ihr Mann vor der Tür stand. Er erklärte ihr alles und brachte dann zwei volle Teller leckeren Eintopfes "Hier das ist für euch Beide, esst ruhig in der Scheune. Ich hole mir die Teller morgen.", lächelte sie höflich. Aber diese Aussage sagte bereits 'Betreten bloß nicht mein Haus'.
Und weiter ging es zur Scheune, der Mann öffnete sie für die Beiden und erklärte wie man sie von innen verschloss, damit sie Nachts auch sicher waren.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Kureno Ikashi » Mo, 30.11.15 * 23:51

Der 'diebischen Elster' war es auch ganz Recht, dass man sie nicht länger als nötig im Haus haben wollte, auch wenn ihm das leider die Möglichkeit nahm, vielleicht noch das Eine oder Andere einzustecken. Aber so waren sie wenigstens nicht unter lästiger Aufsicht, und mussten sich keine weiteren Lügengeschichten ausdenken, denn bei einem gemütlichen Essen im Kreis des alten Ehepaares, wären doch sicher noch einige Fragen auf sie zugekommen. So war es deutlich einfacher. Das Scheunentor war laut den Worten des Alten ein völlig Herkömmliches, sie würden also schon keine Schwierigkeiten haben, es zu verschließen, und zur Sicherheit zeigte er es ihnen auch nochmal. Als sich der Alte dann von ihnen verabschiedete, lehnte sich Kureno mit dem Rücken gegen die Wand, und begann damit, im Stehen seinen Eintopf zu verdrücken.
"Nur damit du's weißt, innerhalb dieses Dorfes ist es nicht nötig, dass du mir auf Schritt und Tritt folgst, klar? Mir egal, was du hier treibst, solange du uns keinen Ärger einhandelst. Morgen hauen wir eh wieder von hier ab, aber nach Möglichkeit würde ich den Leuten hier gerne noch etwas Proviant abschwatzen, also sollten wir uns nicht unbeliebt machen." meinte der Rothaarige an Yashiro gewandt, blickte dabei aber kaum von seinem Teller auf, den er recht schnell leerte.
"Das mit den großen Städten ist aber gar keine schlechte Idee, da sollten wir uns wirklich auf den Weg hin machen. Allemal sicherer, als so ein kleines Kaff, das jederzeit überrannt werden kann." fügte Kureno noch an und stellte den leergeputzten Teller auf einem alten Holztisch ab, der den Spuren nach zu urteilen wohl für handwerkliche Arbeit benutzt wurde, und wischte sich anschließend mit dem Ärmel über den Mund.
"In einer großen Stadt, wo alle möglichen Leute herumlaufen, fällst nichtmal du besonders auf."
Zumindest ging Kureno davon einfach mal aus, denn da er das erste Mal in seinem Leben die Ruinenstadt verlassen hatte, konnte er das auch nur aus zweiter Hand beurteilen, und nicht aus eigener Erfahrung. Aber das erzählte man sich so, also würde da schon was dran sein, denn wenn sich das wirklich alle so erzählten, dann musste es zumindest zum Teil schon der Wahrheit entsprechen. Und wenn nicht, auch egal, sie würden sich trotzdem zu einer der Städte durchschlagen, das hatte Kureno nun beschlossen. Während er eine Antwort des Dämons abwartete, ging der Rothaarige ein bisschen in der Scheune umher, und nahm schließlich ein aufgewickeltes Seil von der Wand, das er Yashiro zuwarf.
"Da, steck das in deine Tasche, das wird vielleicht noch nützlich."
Seil konnte man immer gebrauchen, das schadete nie, dabei zu haben.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Yashiro Saito » Di, 01.12.15 * 23:03

"Hm, ja mal sehen.", antwortete er nur auf die Sache mit dem Auffallen in einer großen Stadt. Zu seinem Zeitalter wäre Yashiro so blau und mit so außergewöhnlichen Gewand 10mal so leicht aufgefallen als wie hier in dem Dorf. Stadtmenschen waren doch schon weit kleinlicher als Menschen auf dem Lande.
Auch er sah sich in der Scheune um und plötzlich drückte ihm Kureno ein Seil in die Hand. Meinte er das ernst? Er soll etwas stehlen? Eigentlich wollte Yashiro sich darüber beschweren, aber lieber nicht. Im Moment schien Kureno sogar einigermaßen normal mit ihm zu reden, das wollte er nicht unbedingt zu nichte machen, also verwahrte er das Seil einfach und fühlte sich furchtbar dabei. Leute bestehlen die einen helfen, er würde am liebsten seine Standpauke raushauen und es juckte auch sehr in den Fingern.
Vor lauter Konzentration das ihm diese nicht herausplatzte zuckte seine Augenbraue hoch. Schnell umdrehen und irgendetwas anderes machen. Abelenkung! Wo gab es hier Ablenkung!
Wie war das, er sagte doch vorher er kann ruhig sich frei bewegen. Dann machte er das mal lieber mit den Worten "Gut, ich gehe mich im Dorf umsehen." und verließ dann stillschweigend so wie immer die Scheune. Nur fiel das Schweigen diesmal deutlich schwerer.
Einige der Dörfler sahen ihn mit zusammengesteckten Köpfen tuschelnd an und hinter her. Ein nicht grade schönes Gefühl, aber aus zu halten. Er wusste ja auf was dieses Getuschel gerichtet war. Dennoch er versuchte nicht zu sehr auf zu fallen und war vorzeiglich höflich. Das letzte was er wollte war, das man ihn als bösarigten Fremden irgendwie auch nur ansatzweise bezeichnen könnte.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Kureno Ikashi » Fr, 04.12.15 * 23:56

Milde verwundert zog Kureno beide Augenbrauen leicht in die Höhe, als sich Yashiro zu keinen seiner Worte irgendwie äußerste, und stattdessen beschloss, sich die Beine zu vertreten. Na gut, ihm sollte es recht sein, dann würde wenigstens der nächste Streit zwischen ihnen noch etwas warten - mittlerweile machte sich Kureno da nichts mehr vor. Dass er und Yashiro einfach nicht wirklich gut miteinander auskamen, hatte sich ja schon sehr eindeutig und mehrfach gezeigt, aber im Grunde war es Kureno auch egal. Er hatte nie einen Freund gehabt, warum sollte es ihn also jetzt plötzlich stören, wenn ihn jemand nicht leiden konnte?
"Dann bis später." meinte er nur zu Yashiro, als dieser die Scheune verließ, und war schon zufrieden damit, dass jener wenigstens ohne Wenn und Aber das Seil eingesteckt hatte. Halb hatte er ja schon mit einem Widerspruch gerechnet, aber glücklicherweise war jener ausgeblieben. Spekulierend ging der Blick des Rothaarigen zum Fenster hinaus, und nach einer kleinen Weile des Überlegens, verließ auch er die Scheune, allerdings nicht um sich direkt im Dorf umzusehen, sondern um die umlegenden Felder unsicher zu machen. Selbst jetzt, wo die Abendröte den Horizont in prächtige Farben tauchte, waren die Bauern noch am Feld um ihre Arbeit zu Ende zu bringen, doch mit jenen suchte Kureno nicht das Gespräch. Seine Aufmerksamkeit galt stattdessen einem jungen Mädchen, ungefähr in seinem Alter, das ihrem Vater auf dem Feld half, indem sie das geschnittene Getreide zu Garben zusammenband. Zuerst verhielt sie sich ihm gegenüber reichlich reserviert, doch der manipulative Charme des Rothaarigen ließ ihre kühle Haltung nach und nach dahinschwinden, zum Ende hin lächelte sie ihn bereits auf eine leicht schäkernde Art an. Der richtige Zeitpunkt, um sich wieder zu verabschieden, bevor ihr Vater einen genaueren Blick hierher warf, außerdem wollte er auch keinen aufdringlichen Eindruck vermitteln. Mit einem kleinen Lächeln wandte sich Kureno also wieder ab und kehrte zur Scheune zurück, da die Dämmerung merklich vorangeschritten und die Sonne bereits hinter dem Horizont verschwunden war. Hell genug, um den Rückweg problemlos zu meistern, war es aber allemal noch, und obwohl der Tag so absolut katastrophal angefangen hatte, war Kureno mit dem Ende bisher ganz zufrieden. Er hatte kein ehrliches Interesse an dem Mädchen, aber die Chancen, dass sie morgen mit ein bisschen mehr Gepäck von hier verschwanden, als sie ursprünglich bei sich hatten, waren durch das kleine Gespräch durchaus gestiegen. Das verbuchte Kureno also als Erfolg.
Bei der Scheune angekommen, ließ der Rothaarige den Blick aus angestrengt zusammengekniffenen Augen durch die Scheune schweifen - hier drin war es merklich dunkler als draußen - doch von Yashiro war nichts zu sehen. Jener war wohl noch immer unterwegs. Mit einem leichten Schulterzucken tat es Kureno einfach ab, dann standen die Chancen ja ganz gut, dass er in Ruhe einschlafen konnte, ohne dass ihm vorher noch ins Gewissen geredet wurde. Das wusste er durchaus zu schätzen.
Vorsichtig, um seine Bauchverletzung nicht unnötig zu beleidigen, setzte sich der Rothaarige ins Stroh, und ließ sich ebenso vorsichtig zurücksinken, wobei er leicht das Gesicht verzog. Dieser verfluchte Walddämon... aber der konnte wenigstens niemand anderem mehr seinen Säbel in den Bauch rammen. Vorsichtig zog Kureno sein Hemd hoch und begutachtete die Wunde, was ein Rümpfen der Nase zur Folge hatte. Wie zu erwarten war, war der Verband leicht durchgeblutet. Nicht stark, aber da er den ganzen Tag im Wald unterwegs war, wo es eben ab und an notwendig war, sich unter Ästen hindurchzubücken, oder über große Äste, Wurzeln oder Felsen hinwegzustaksen, wurde die Wunde eben auch nicht ruhig gehalten. Kein Wunder also, dass doch wieder etwas Blut ausgetreten war, aber da Kureno keine Schmerzen verspürte, die ihn sich in Krämpfen winden ließen, war es also nicht weiter tragisch - zumindest war das seine eigene Einschätzung. Das Hemd wieder über seinen Bauch ziehend, rückte er sich vorsichtig noch etwas zurecht, und schloss die Augen, hatte dabei aber sicherheitshalber noch ein wachsames Ohr auf die Umgebung. Man konnte ja nie wissen. Recht lange dauerte es allerdings nicht, bis er dann doch von echtem Schlaf übermannt wurde - der Tag war lang und anstrengend gewesen, und die letzte, wirklich ereignislose und erholsame Nacht schon eine ganze Weile her.
Wie lange er wirklich schlief, konnte Kureno absolut nicht sagen, es hätten vom Gefühl her bereits ein paar Stunden sein können, oder aber auch gerademal erst fünf Minuten. Er wurde jedenfalls wach, weil er das leise Kichern einer weiblichen Stimme hörte, und in seiner müden Irritation war Kureno erstmal fest der Meinung, er habe es mit der Liebäugelei auf dem Feld vorhin wohl etwas übertrieben, sodass ihm das Mädchen in die Scheune gefolgt war.
"Was..?" fing er noch etwas verschlafen an und wollte sich gerade aufrichten, doch da legte sich auch schon eine filigrane Hand an seine Schulter, und drückte ihn souverän ins Heu zurück.
"Ssshhh... bleib liegen." flüsterte die Frau, und nun hörte Kureno anhand der Stimme, dass das ganz sicher nicht das junge Mädchen vom Feld war. Seine Augen gewöhnten sich allmählich an die Dunkelheit der Scheune, und ein flüchtiger Blick zum noch geöffneten Tor hinaus verriet ihm, dass er nicht lange hier gelegen hatte - und dass Yashiro noch immer nicht zurück war.
"Armer Junge... wer hat dich denn so zugerichtet?" fragte die Frau, die neben ihm kniete, und legte die zweite Hand vorsichtig an jene Stelle seines Bauches, an der unter dem Hemd die Wunde lag. Schwarzes, samtiges Haar fiel ihr in anmutigen Locken über die zierlichen Schulter, und bildete einen faszinierenden Kontrast zu ihrer bleichen Haut. Im ersten Moment war Kureno wirklich zu verblüfft, um zu antworten - diese Frau war wunderschön. Volle, tiefrote Lippen, makellose Haut, hohe Wangenknochen, ein wunderschön proportioniertes Gesicht... allein ihr in die Augen zu sehen, war schon beinahe hypnotisch.
"Das war ein Dämon aus dem Wald." hörte sich Kureno selbst leise sagen, obwohl eher die Frage angebracht wäre, woher sie von der Verletzung wusste, und was sie hier eigentlich bezweckte. Ein Lächeln umspielte ihre Mundwinkel, und die Hand, die eben noch auf seiner Schulter lag, wanderte hoch zu seiner Stirn, um dort ein paar der feuerroten Strähnen zur Seite zu streichen.
"Wie grauenvoll... du musst schreckliche Schmerzen leiden." kam es voller Mitgefühl von der Unbekannten, deren weiche Stimme dem Rothaarigen einen merklichen Schauer den Rücken hinablaufen ließ, und unwillkürlich begann sein Herz etwas schneller zu schlagen. Es lag an der Art, wie sie ihn ansah... auch wenn Kureno es absolut nicht beschreiben konnte. Da lag etwas in ihrem Blick, das nicht von dieser Welt zu sein schien.
"Ach... es geht schon. Wirklich, halb so wild." entgegnete er, wobei er nichts gegen das kleine, schiefe Grinsen unternehmen konnte, das um seinen Mundwinkel zuckte. Die Frau lächelte nun breiter, und beugte sich etwas zu ihm herab, sodass ihre Nasenspitzen kaum mehr eine handbreit voneinander entfernt waren.
"Welch ein Glück. Es wäre eine Schande, hätte ein junger Mann wie du ein so frühes Ende gefunden." flüsterte sie ihm zu, dabei seinen Blick festhaltend, und strich von seiner Stirn über seine Wange und bis zu seinem Hals hinab, wo sie mit den Fingerspitzen der feinen Linie folgte, unter der sich die Halsschlagadern abzeichneten. "So voller Lebensmut und Kraft..." fuhr sie fort, und nun spürte Kureno sehr deutlich, dass sich ein ziemlich dicker Kloß in seinem Hals bildete, während sie den Kopf immer weiter herabneigte. "Voller Tatendrang... und Leidenschaft..." Kaum mehr zwei Millimeter befanden sich zwischen ihren Lippen, und nun verzogen sich die ihren zu einem Lächeln, das sich Kureno sämtliche Nackenhärchen aufstellen ließ. "Und voller... Blut."
Kureno kam gerade noch dazu, irritiert die Augenbrauen zusammenzuschieben, da schnellte mit einem Mal auch schon der Kopf der Fremden herab zu seinem Hals, und als nächstes erfüllte ein gellender Schrei die Luft.
"GAAAAAAH!"
Der Schmerz war so grell, dass für einen Moment nichts Anderes mehr existierte - keine Scheune, keine kühle Nachtluft, keine Geräusche, gar nichts. Doch der Augenblick war nur kurz, denn das Entsetzen riss Kureno schnell in die Wirklichkeit zurück. Gierig trank die Frau, bei der es sich eindeutig um eine Vampiresse handelte, von seinem Blut, enztog ihm in kräftigen Zügen den roten Lebenssaft, wodurch der Schmerz rasend durch Kurenos Körper flog. Reflexartig schoss seine Hand zu seiner Hosentasche, in der er das Messer verstaut hatte, und als er es hervorholte, spürte er bereits, wie Schwäche durch seine Glieder zog.
"Verfluchtes Miststück!" presste Kureno röchelnd hervor und stieß ihr mit all der Kraft, die er noch aufbringen konnte, die Klinge in den Hals. Gurgelnd riss sie den Kopf zurück, den Rothaarigen unter ihr aus entsetzt aufgerissenen Augen ansehend, und als er das Messer aus ihrem Hals wieder herausriss, spritzte heißes Blut wie eine Fontäne aus ihrer Wunde. Angewidert riss Kureno den Kopf herum, doch da sie praktisch über ihm war, konnte er dem Schwall absolut nicht ausweichen. Der Gestank schwängerte in Sekundenschnelle die Luft, und von Ekel erfüllt bemerkte Kureno den metallischen Geschmack des Blutes auf seiner Zunge, das unweigerlich den Weg in seine Mundhöhle gefunden hatte. Ein mörderisches Funkeln stahl sich in die Augen der Vampiress, die ihm mit einem unmenschlichen Schrei das Messer aus der Hand schlug, sodass es dumpf auf dem Lehmboden der Scheune aufprallte.
"Wertloser Mensch!" gurgelte sie, während ihr das Blut aus den Mundwinkeln lief, und ließ eine zur Klaue erhobene Hand auf das Gesicht des Rothaarigen hinabsausen. Wieder schrie er in Schmerz auf, als ihre Nägel lange, blutende Kratzspuren quer über seiner linken Gesichtshälfte hinterließen, als hätte ihn der Prankenhieb einer Raubkatze getroffen. Das Stroh unter Kureno färbte sich zunehmends rot, und im nächsten Moment versenkte sie erneut die Zähne in seinem Hals, zerbiss aufs Neue die dort empfindliche Haut, immer und immer wieder, sodass sie zahlreiche Wunden in seinen Hals schlug.
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Re: Liku - das Dorf am Rande des Waldes

Beitragvon Yashiro Saito » Sa, 05.12.15 * 2:20

Lange und ausführlich spazierte Yashiro jede Ecke der Umgebung ab und inspizierte die Landschaft, die Leute, einfach alles. Es war so fremd für ihn. Nach den drei Jahrhunderten war schließlich nicht mehr alles so wie er es kannte.
Als es dann auch langsam dunkel wurde konnte Yashiro die Dämonen bereits spüren, wie sie aus ihren Löchern gekrochen kamen um ihr Unwesen zu treiben.
Doch auf dem Rückweg zur Scheune lag bereits etwas bedrohliches in der Luft, das sich offenbar ganz in der Nähe befand. Mit jedem Schritt auf die Scheune zu wurde dieses Gefühl stärker, sich dabei umsehend ob Yashiro irgendetwas entdecken kann, fuhr plöztlich ein starkes Pochen seines Herzens durch seinen gesamten Körper. Was um Himmels Willen war das?
Seine Schritte wurden schneller und schneller, schließlich rannte er und als ihm das nicht schnell genug war wandelte er sich, ungeachtet ob noch jemand in der Nähe war, in einen Geist um und war mit Lichtgeschwindigkeit in der Scheune. Dies geschah so schnell, das kein Mensch sagen konnte was das nun genau war, auf jeden Fall wenn es jemand gesehen hat, wusste der jenige das Yashiro schon mal kein Mensch ist.
Mit entsetzen musste Yashiro feststellen das sein Herr erneut in Lebensgefahr war, wenn es nicht schon längst zu spät war. Das viele Blut überall wies zusätzlich auf keine guten Bedingungen hin.
Als Ablenkungsmanöver nutzte er seine Lichtmagie, um die Vampiresse für einige Sekunden lang zu blenden. Nun musste er ganz schnell sein, denn der Stab den er führt war nun mal kein Schwert. Mit einem kräftigen Stoß durchbohrte er das Herz der Vampiresse. Sie landete mit dem Rücken einen halben Meter nur neben Kureno auf dem Stroh. Mit seinem Gewicht auf sie gestellt hielt er sie unten.
Schnell! Jetzt oder nie, er zog mit einem weiteren Ruck seinen Stab aus ihrer Brust wieder heraus, dieser hatte ein großes Loch gerissen. Denn die Verzirrungen waren nicht klein, aber zusätzlich ebenfalls geschärft. So scharf wie hauchdünne Rasiermesser. Nach dem ersten Stoß auf ihren Hals, musste er noch ein paar mal nachhelfen. Zum Töten von jemanden war der Stab sehr gut geeignet, aber leider nicht so ganz zum Köpfen. Während er die Sauerei veranstaltete blieb Yashiro mit seinem gesamten Gewicht auf ihr lastend stehen, um sie weiterhin am Boden zu halten. Als es endlich geschafft war floß das Blut aus ihren Körper, er selbst von der Hüfte abwärts voll mit ihrem Blut. Auch in sein Gesicht hatte er etwas abbekommen.
Im Eifer des Gefechts war es nicht zu spüren, aber jetzt wo es vorbei war, der Pakt. Er schwand. Erschrocken wendete er sich Kureno zu, das viele Blut erschwerte es ihm etwas heraus zu finden wie stark dessen Verletzungen waren. Da es sich um einen Vampir handelte, war es nur eine Frage der Zeit bis auch Kureno wieder aufwachen würde. Zur Sicherheit heilte er trotzdem seine Verletzungen so gut er konnte.
Yashiro haderte mit sich selbst, was er nun tun sollte. Mit Glück, wurde das nicht als 'Tot des Herrn' angesehen und der Pakt würde bestehen bleiben, aber im Moment sah es nicht so aus. Ihm stellte sich die Frage, ob seine Reise so schnell enden würde und er nach nur einem Tag draußen, wieder in der Höhle landete.
Erst einmal musste er hier weg und ihn mitnehmen. Vorerst. Zurück zur Hölle? Zu weit und da wollte er ohnehin nicht zurück. Wenn es sein sollte, würde er sie ohnehin schneller wieder sehen als ihm lieb war.
Er entschloss sich dafür ab zu warten bis die Nacht entgültig hereinbrach und alle Dorfbewohner in deren Häusern verschwunden waren. Dann fing er an mit der Spurenbeseitigung. In der Scheune war zwar eine Schaufel, aber die Vampiresse im Wald zu begraben dauerte ihm zu lange und war seiner Meinung nach nicht die Mühe wert. Er warf sie im Wald auf eine Lichtung, wo Yashiro der Meinung war dort würde Tageslicht und vor allem Sonne darauf scheinen. Ob ein toter Vampir zu Asche zerfällt oder ob das überhaupt der Fall ist bei Tages- oder Sonnenlicht, dafür hatte er im Moment auch wirklich keinen Kopf.
Dadurch das er ein Geist war, konnte er sich mit Leichtigkeit Zutritt in die Häuser verschaffen. Mit aller Vorsicht stahl er einige Reinigungsutensilien und reinigte so schnell er konnte sich und seine Kleidung. Der Brunnen in der Dorfmitte war äußerst willkommen, um Wasser dafür zu beschaffen. Angesichts der Tatsache das die Zeit drang und er auf keinen Fall wollte, dass die Dorfbewohner das Massaker mitbekommen, zog er seine Kleidung nass wieder an. Ein wiederliches Gefühl, aber er hatte keine andere Wahl.
Jetzt stellte sich die Frage, was machen mit der riesigen Blutpfütze? Auch da ließ sich eine vorerst Lösung finden. Kureno musste er wohl oder übel ausziehen und auch seine Kleidung reinigen, während er ihn notgedrungen an einer anderen Stelle der Scheune auf Stroh legte. Schnell hiefte er mit einer Heugabel frisches Stroh auf das bereits halb im Boden versickerte Blut. So viel das es alles überdeckte und doch noch nach normalem Haufen aussah. Auch das bedachte Yashiro, den der nette gastfreundliche Mann würde sicher morgen in die Scheune sehen.
Die Scheune schloss er von innen ab und glitt als Geist hinaus. Nun suchte er sich eines der Häuser dessen Ofen noch angeheizt war, für Warmwasser und sicherlich auch anderer Dinge. Kureno' Kleidung auf den Heizkessel geworfen um sie zu trocknen und sich selbst, stand er da und wartete. In der Hoffnung niemand würde kommen. Fast war er und die Kleidung nach drei Stunden trocken als doch jemand kam, um den Ofen nach zu heizen. Schnell schnappte er das Zeug und verschwand durch die Wand, wie er auch hinein gekommen war.
In der Zwischenzeit hatte er die Erkenntnis machen müssen das der Pakt aufgelöst war. Yashiro wartete auf irgendetwas was passieren könnte. Es ging ihm vieles und doch nichts durch den Kopf. Zurück in der Scheune legte er Kureno, wie ein Bestatter der die Leichen hübsch machte, dessen Kleidung wieder an. Dann setzte er sich auf den Tisch der in der Scheune stand und starrte Kureno an.
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Yashiro Saito
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